Lesemonat Februar

alleIch habe mir so viel mehr von meinen Semesterferien erwartet. Ich dachte wirklich ich würde sechs bis acht Bücher lesen, aber das war ein schöner Traum. Auch habe ich mir für dieses Jahr eigentlich vorgenommen, mir im Monat nicht mehr Bücher zu kaufen als ich lese, aber es wurden dann dank Reduzierungen sechs neue. Ups! Und dann kaufe ich mir auch noch ein Buch, das ich schon habe. Selten doof, aber so habe ich es wenigstens ganz flott durchgelesen. Und dann stelle ich nach ein paar Tagen der Irritation fest, dass meine absolute Lieblingslese-App weg ist! Einfach so weg! Gibt es nicht mehr…echt enttäuschend, schließlich habe ich dafür sogar Geld bezahlt. Naja, Pech gehabt, würde ich sagen.

Dann komme ich mal zu meinen Neuzugängen und warum ich mich jeweils für dieses Buch entschieden habe. Ich fange erstmal mit dem Fehlkauf an. Terry Pratchett – Das Erbe des Zauberers habe ich eigentlich mitgenommen ohne groß darüber nachzudenken. Ich lese sehr gerne Bücher von Terry Pratchett und liebe die Scheibenwelt sehr. Irgendwie muss ich vom schönen neuen Cover geblendet gewesen sein und dabei einfach völlig ignoriert haben, dass ich es doch schon gelesen habe. Naja, so habe ich es eben nich einmal gelesen, was dem Lesespaß auch nicht geschadet hat. Gelacht habe ich dennoch sehr viel! Also wer ein wenig abgedrehte und humorvolle Fantasy-Literatur mag, der ist bei Terry Pratchett genau richtig.
Foto 29.02.16-18Mein zweiter Neuzugang war Hotline von Jutta Maria Herrmann. Ich habe mich gar nicht weiter damit aufgehalten, den Klappentext zu lesen, da ich da Gefühl hatte, dass ich es schon lange lesen wollte. Und Psychothriller sind eh mein Lieblingsgenre. Worum geht es in dem Buch? Bei der Beicht-Hotline geht ein Anruf ein, in dem die Anruferin sagt, dass sie ihr Baby lebendig begraben wird. Aber was tun, wenn die oberste Regel lautet : Keine Polizei – Never ever? Meine Meinung dazu findet ihr hier.

Nun zu Nummer drei meiner Neuzugänge. Ganz untypisch für mich durfte mal ein witziger

Foto 29.02.16-6 und romantischer Roman einziehen – also so steht es wenigstens auf dem Buch. Wir in drei Worten von Mhairi Mc Farlane fällt für mich also unter die Kategorie „mal was anders als Krimis lesen“ und ich muss sagen ich bin schon sehr gespannt wie es sein wird. Ein wenig habe ich ja mal geschaut und finde, dass ihre Buchtitel auf jeden Fall sehr unterhaltsam sind.

Zu meiner Verteidigung  kann ich zu den ersten drei Neuzugängen sagen: Mängelexemplare! Na gut , die nächsten drei auch, aber da war ich hungrig und mein Rewe Center hat immer so viele reduzierte Bücher 😀 und alle drei standen mehr oder weniger auf meiner Wunschliste.

Foto 29.02.16-8Also Nummer vier in diesem Monat ist Der Mädchenmaler von Monika Feth. Den Erdbeerpflücker hatte ich in der neunten Klasse gelesen und an einem Tag verschlungen. Schon lange wollte ich die Reihe weiter lesen und da kam mir diese niedliche Sonderausgabe wirklich sehr gelegen. Meine Rezension dazu, kommt die Tage auch hier online. Und falls irgendwer diese niedlichen Sonderausgaben von den Monika Feth Büchern hat und seine loswerden möchte, dann bin ich eine freudige Abnehmerin 😉

Kommen wir also zu Nummer fünf. Bisher habe ich noch nichts von Ursula Poznanski gelesen, aber Foto 29.02.16-7wollte es schon lange. Das Problem mit einer eh schon ellenlangen Liste von Lieblingsautoren, bei denen ich versuche alle Bücher zu lesen, ist, dass ich eigentlich keinen weiteren auf meiner Liste gebrauchen kann. Deswegen warte ich oft damit einen neuen Autor auszuprobieren, aus Angst, dass ich völlig begeistert sein werde und alles von ihm oder ihr lesen möchte. Aber wenn dann so ein reduziertes Buch vor einem liegt, dann muss ich einfach zuschlagen und so hat es Fünf endlich in meinen Besitz geschafft und ich bin schon sehr gespannt.

Foto 29.02.16-9Last but not least ein echter Glücksmoment bei Rewe. Level 26 Dunkle Prophezeiung von Anthony E. Zuiker! Ich habe den ersten Band verschlungen und Band drei liegt auch schon bereit. Also wer auf Thriller der fiesen, aber sehr guten Art steht, der ist bei dieser Reihe perfekt. Strafverfolgungsbehörden Stufen Täter in Stufen 1-25 ein und gemeinsam mit Steve Dark jagt man Täter der Stufe 26. Jap, kein Schreibfehler meinerseits, sondern wie der Klappentext so schön sagt: Es gibt eine Steigerung des ultimativ Bösen. Hier ist sie. Ich freu mich schon…

Ja und was habe ich diesen Monat jetzt gelesen? Gefühlt nix…wieder nur vier Bücher, denn selbst den Mädchenmaler habe ich noch nicht fertig. Das hier sind die vier Bücher die ich gelesen habe:

Ich hoffe nun einfach, dass das schöne Frühlingswetter mich zu mehr lesen ermuntert.

 

Joy Fielding – Im Koma 

Ich persönlich finde, dass Joy Fielding einfach immer eine sehr gute Wahl ist. Bis jetzt hat mich noch keines ihrer Bücher enttäuscht oder gelangweilt und damit sind sie immer ein Garant um eine eventuelle Leseflaute aufzuheben. Da ich momentan das Ziel habe meinen Stapel ungelesener Bücher deutlich zu verringern, habe ich mir dieses Buch vorgenommen. Und wurde nicht enttäuscht.

Zur Geschichte:

Casey Marshall trifft sich mit ihren zwei Freundinnen zum Mittagessen . Casey kann ich sich eigentlich über nichts beschweren. Sie hat einen wunderbaren Ehemann, ein gut laufendes Geschäft, einiges an Vermögen und nur ihre Drogenabhängige kleinere Schwester trübt dieses Glück ein wenig. Nach dem Mittagessen geht Casey zu ihrem Auto und da passiert das Unglaubliche : ein heranrasender Wagen überfährt sie und begeht Fahrerflucht…

Als Casey wieder aufwacht umgibt sie völlige Dunkelheit, sie kann sich nicht bewegen und weiß weder wo sie ist, noch was passiert ist. Die verschiedensten Gedanken schießen ihr durch den Kopf. Ist sie lebendig begraben? Ist das nur ein böser Traum? Und dann erfährt sie die grausame Wahrheit: sie liegt im Koma. Casey kann hören was um sie herum passiert, aber sie kann sich nicht verständigen. Was Casey aber kann, ist hören. Zwar fällt es ihr anfangs wirklich schwer dem Geschehen um sie herum zu folgen, aber immer mehr gelingt es ihr. Und so bekommt sie auch mit, dass die Polizei sich nicht sicher ist, ob das Ganze ein Unfall war oder vielleicht sogar ein versuchter Mord. Aber wer sollte sie töten wollen? Casey fällt wirklich niemand ein, aber dann hört sie etwas, dass ihr das Blut in den Adern gefrieren lässt. Es war tatsächlich ein versuchter Mord und nie im Leben hätte sie diese Person im Verdacht gehabt. Niemals! Jetzt heißt es für sie, das Unmögliche zu schaffen und wieder aufzuwachen und dem Schrecken ein Ende zu bereiten…

Nun meine Meinung dazu:

Joy Fielding gehört zu recht zur Spitzenklasse. Jedes ihrer Bücher schafft es einen in kürzester Zeit in seinen Bann zu ziehen. So ging es mir auch dieses Mal. Die Vorstellung aufzuwachen und festzustellen, dass man sich im Koma befindet – aufwachen und im Koma sein klingt irgendwie sehr absurd -, ist eine beängstigte Vorstellung. Man sympathisiert direkt mit Casey und nachdem man auch weiß, wer der Täter ist kämpft man mit ihr. Man möchte unbedingt, dass sie es aus ihrem Koma heraus schafft und ihrer Umwelt die Wahrheit mitteilen kann.

Der Schreibstil von Joy Fielding ist mir mittlerweile so bekannt, dass es sich einfach so dahin liest. Aber auch so hat sie einfach einen flüssigen Schreibstil, der sich nicht unnötig aufplustert und Langeweile aufkommen lässt.

Und nun muss ich mir überlegen, was es für mich als nächstes zu lesen gibt.

Jutta Maria Herrmann – Hotline

Semesterferien sind doch wirklich was feines und meine Leseflaute wie ein Wunder verflogen. Bei Thalia durfte letzte Woche „Hotline“ von Jutta Maria Herrmann einziehen, weil ich irgendwie das Gefühl hatte, dass ich es schon länger lesen wollte. Das es ein Mängelexemplar und damit auch günstiger war, war natürlich auch ein Grund dafür.

Also, was haben wir da? Den Namen Psychothriller verdient das Buch auf jeden Fall schon mal. Für seine knapp 330 Seiten erfüllt es die entsprechenden Kriterien, aber natürlich kann man keine tiefergehenden Aspekte erwarten, aber das braucht es auch nicht.  Der Spannungsaufbau ist direkt gegeben, denn gleich im ersten Kapitel geschieht ein Mord. Dieser wird aber bis zum Ende des Buches nicht mehr weiter thematisiert. Wir bewegen uns innerhalb einer WG und ihrem Arbeitsplatz. Gemeinsam betreiben die Freunde Chris, Rick, Konrad und Paula die Beichte-Hotline. Dabei handelt es sich um eine Hotline, bei der Leute anrufen können um alles mögliche zu beichten. Normalerweise handelt es sich dabei um ganz banale Beichten, die eigentlich nicht weiter tragisch sind, aber eines Abends ruft eine Frau an und erzählt Rick, dass sie ihr Baby auf dem Friedhof bei lebendigen Leib begraben möchte. Rick alarmiert daraufhin die Polizei, die allerdings nichts weiter tun kann. Chris, der Gründer der Bericht-Hotline, reagiert aber alles andere als freudig über dieses Handeln, den die oberste Maxime der Bericht-Hotline lautet: Keine Polizei – never ever! Diese Anruferin hinterlässt außerdem die Nachricht, dass einer der vier Freunde eine Sünde auf sich geladen hat und dafür nun büßen muss. Das Gute ist, dass die Freund erst sehr spät darauf kommen, was diese Irre damit meint und ihr auf die Schliche kommen. Allerdings fand ich es ein wenig doof, dass ich nach etwas der Hälfte ganz genau wusste, wer die Anruferin ist und mir auch schon ganz genau ausmalen konnte, wo das ganze hinläuft. Ich werde natürlich nicht verraten wie es genau ausgeht, denn den Spaß will ich hier ja niemandem verderben 🙂

Alles in allem ist es ein ziemliches gutes Buch, was keine langatmigen Passagen hat und einem ein paar unterhaltsame und spannende Stunden beschert. Ich werde mir auf jeden Fall im Juni ihr zweites Buch kaufen. Hier habe ich auch noch mal den Link zu ihrer Homepage.

 

 

Ferdinand von Schirach – Tabu

Gleich zu Anfang kann ich sagen, dieses Buch hat mich gefesselt und oft verwirrt. Ferdinand von Schirach hat einen sehr eigenen Schreibstil. Er bedient sich vieler kurzer Hauptsätze und daran muss man sich erstmal gewöhnen. Mich hat es sehr an Bernhard Aichner erinnert, aber es ist nicht jedermanns Geschmack. Aber ich glaube, es sind diese knappen Sätze, die den Charme ausmachen und die Besessenheit des Protagonisten perfekt zur Geltung bringen.

Nun ein wenig zur Geschichte:

Sobald sich das Licht der Farben

Grün, Rot und Blau

in gleicher Wiese mischt

erscheint es uns als Weiß.

Farbenlehre nach  Helmholtz

Dieses Motto ist dem Buch vorangestellt und so verwundert es einen nicht, dass die einzelnen Teile Farben zugeordnet sind. Wir steigen in der Kindheit von Sebastian ein, einem Jungen, der aus eher ärmlichen und wenig liebevollen Verhältnissen kommt. Eigentlich stammt er aus einer Adelsfamilie, aber die Pleite steht quasi schon auf der Auffahrt und wartet darauf eingelassen zu werden. Sein Vater ist Alkoholiker, seine Mutter hat mehr für ihre Pferde übrig als für ihren Sohn und Mann und so kommt Sebastian in ein katholisches Internat, dass auch nicht durch Wärme und Liebe glänzt. Seine Umgebung nimmt Sebastian in Farben wahr. Seinen Vater beschreibt er als grünblau, seine Mutter als farblos. Der Vater begeht irgendwann Selbstmord, die Mutter verkauft das Haus und Sebastian wird immer wunderlicher. Ein Arzt diagnostiziert visuelle Halluzinationen.

Nach der Schule setzt Sebastian seine Leidenschaft für Farben in einer Ausbildung zum Fotografen um. Ab da glaubt man, dass Sebastian seinen Weg gehen wird. Einen etwas eigenbrötlerischen Weg, aber den Weg eines Künstlers. Seine Art zu Fotografieren hat etwas sehr ehrliches und schonungsloses. Er fotografiert am liebsten Frauen ohne jeden Schnörkel, einfach echt und ungeschönt. Diese ehrliche Art lässt Sebastian berühmt werden, er findet eine Frau, von der glaubt, sie zu lieben.

Und dann kippt die Geschichte in eine andere Richtung. Der Anwalt Biegler tritt auf und um nicht zu viel zu verraten, höre ich hier auf.

Alles in allem hat mir das Buch sehr gefallen! Ein gutes Buch mit einem zwar gewöhnungsbedürftigen Schreibstil, aber dadurch auch einer flüssigen Art. Die Beschreibung des verschrobenen Künstlers ist sehr gut gelungen und erfüllt auch einige Klischees, die man zwangsläufig mit sich herumführt.

Januar-Statistik

So schnell ist der Januar wieder vorbei und fällt jetzt schon unter die Kategorie „Leseschwach“. Nur vier Bücher habe ich geschafft und davon war eins ein Kinderbuch…ich hoffe jetzt, dass mir der Februar mehr Lesestunden bietet und ich auch eindeutig mehr zum bloggen komme.

Mein erstes Buch in diesem Jahr war „Sohn“ von Jo Nesbo. Toller Krimi, sehr gut geschrieben und toll ausgearbeitete Charaktere. Meine Meinung dazu gibt es hier.

Buch Nummer zwei war für mich  „Mr Mercedes“ von Stephen King und zudem eine Premiere. Dieses Buch hat mich definitiv zu einem Freund von Stephen King gemacht. Die Ausarbeitung der Charaktere gefällt mir sehr gut. Man kann sie sich wunderbar vorstellen, die Story war zu keiner Zeit langweilig oder gezogen und sein Schreibstil ist flüssig und gefällt mir sehr. Auch hierzu habe ich meine Meinung zusammengefasst.

Weil ich schon merkte, dass ich irgendwie nicht so recht in Stimmung kam und auch etwas viel zu tun hatte für die Uni und unsere Jubiläums-Auftaktveranstaltung (Infos dazu hier), habe ich mir mal wieder ein Buch von Stefan Wolf geschnappt. TKKG ist einfach für mich pure Kindheitserinnerung und ich liebe es in die Geschichten einzutauchen. Da jedes Buch sich so im Bereich von 200 Seiten bewegt, ideal für zwischendurch.

Mein viertes und letztes Buch für diesen Monat war „Tabu“ von Ferdinand von Schirach. Dieses Buch ist auch gleichzeitig mein einziger Neuzugang in diesem Monat. Bei meinem aktuellen SUB möchte ich etwas weniger und gezielter Bücher kaufen. Ich hatte irgendwo bei Instagram aber von einer Challenge für 2016 gelesen: und zwar aufgrund der rückläufigen Verkaufszahlen bei Taschenbüchern, wollen wir jeden Monat ein Taschenbuch kaufen. Und so durfte von Schirach bei mir einziehen. Meine Meinung dazu, werde ich am Sonntag online stellen, aber schon jetzt kann ich sagen: Kaufempfehlung!

So und das war es schon wieder…