Sarah J. Naughton – Ich soll nicht lügen

Seit Jahren hat Mags keinen Kontakt mehr zu ihrem Bruder. Als sie ihn das nächste Mal sieht, liegt er im Koma, nachdem er sich von einer Treppe zwölf Meter in die Tiefe gestürzt haben soll. An seinem Krankenbett trifft sie auf Jody, die Verlobte ihres Bruders. Sie war ist, die der Polizei erzählt hat, dass Abe sich selbst in den Tod stürzen wollte, das er Depressionen hatte. Doch Mags will ihr das einfach nicht glauben. Und so fängt sie an das ganze zu hinterfragen und bevor sie darüber entscheiden kann, ob sie die Maschinen abstellt oder nicht, muss sie wissen wie ihr Bruder gelebt hat und zu wem er in den letzten Jahren geworden ist.

 

Meine Meinung:

Zur Zeit habe ich eine kleine Schwäche für Psychothriller, die aus der Sicht verschiedener Personen geschrieben sind. So erhält man unterschiedliche Einblicke und kann sich selbst ein Bild über die jeweilige Tat bilden und etwas mehr mitraten. Deswegen hat mir dieser Titel auf Anhieb gefallen. Es geht sofort spannenden los und man startet mit dem Selbstmordversuch von Abe. Diese Szene ist so spannende geschrieben, dass man auch zunächst nicht weiß, dass es sich dabei um einen Selbstmord handelt, sondern hat das Gefühl mitten im einem Psychohaus zu sein und der Mörder ist einem auf der Spur.
Dann gibt es immer wieder Zeitsprünge in die Vergangenheit, die eine gewaltsame Kindheit eines Mädchens offenbaren, das mit Missbrauch und Gewalt durch die eigenen Eltern zu kämpfen hat. Das verleiht der Szenerie einen Spannungsbogen und so fragt man sich ständig, wer dieses Mädchen ist und was diese Vergangenheit aus der Frau gemacht hat, die es heute ist.
Als Mags sieht, wie ihr Bruder gelebt hat, machen sich Gewissensbisse in ihr breit. Während sie es geschafft England zu verlassen und sich in den USA als Anwältin ein gutes Leben aufzubauen, hat Abe als Pfleger gearbeitet und in einer alten Kirche gewohnt, in die Wohnungen eingebaut wurden, welche hilfsbedürftigen Menschen zur Verfügung gestellt werden. Bereits im Krankenhaus fiel der starken Mags auf, dass die Verlobte ihres Bruders ein regelrechtes Häufchen Elend ist. In der Wohnung von Abe angekommen, stellt sie fest, dass er nicht mit seiner Verlobten zusammen gewohnt hat. Warum nur? Wenn sie doch bald heiraten wollten? Je tiefer Mags bohrt, desto mehr verstrickt Jody sich in Widersprüchen. Was ist wirklich an diesem Abend passiert?
Mags Hartnäckigkeit macht sich letzten Endes bewährt und sie bekommt heraus was die wirklichen Umstände beim Sturz ihres Bruders waren. Und bis hierhin bin ich auch sehr zufrieden mit dem Buch. Doch leider wird es jetzt sehr abstrus und an den Haaren herbeigezogen. Mit dem Wissen was Mags erhält, hätte sie meines Erachtens nach besser gehandelt, wenn sie sich für Jody stark gemacht hätte. Leider entscheidet sich Mags für eine Lüge. Eine Lüge, die ich aus zweierlei Gründen nicht gut finde. Zum einen ist es wirklich sehr konstruiert und zwar nicht auf eine gute Weise. Zum anderen ist das eine Lüge mit der Frauen das Leben von Männern zerstören können – oft bewusst – und gleichzeitig schaden sie all denen Frauen, die in dieser Situation waren und sich später gegen Lügen-Vorwürfe wehren müssen.
Hätte sich die Autorin an dieser Stelle für ein anderes Ende entschieden, so wäre ich restlos begeistert gewesen,

Nichts desto trotz ist ein gutes Buch, dass einen mitfiebern lässt.

 

 

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